Haltung

Auswahl   Terrarium   Klima   Beleuchtung   Einrichtung   Bodengrund   Ernährung   Häutung   Nachwuchs   Umgang   Erkrankungen

Auswahl
 
Entscheidungskriterien für die Wahl der Schlangen-Art:
 - Beschaffung - welche Arten werde angeboten ?
 - Lebensraum - kann das richtige Klima erzeugt werden ?
 - Farbe und Zeichnung - die Variantenvielfalt ist enorm !
 - Preis - welcher Preis wird für einzelne Arten verlangt ?
 - Futter - ist eine konstante Versorgung mit Futtertieren möglich ?
 - Zucht - bekommt man gute Zuchttiere aus verschiedenen Blutslinien ?
 
Die Rangordnung sollte jeder für sich selbst festlegen, aber was nützt es, wenn man sich eine Schlange aussucht, die nicht zu beschaffen ist ?

Terrarium
 
Thamnophen werden je nach Art maximal 125 cm lang. Meine Vamp mißt mit über 2 Jahren etwa 70 cm. Es gibt in der Literatur viele Angaben für Terrariengrößen. Jedes Terrarium ist, egal wie groß, ein eingeschränkter Lebensraum. Wie ein Tier dort gehalten wird, entscheidet der Pfleger. Tiere können in einem großen Terrarium gequält werden, wenn andere Haltungsbedingungen mißachtet werden und gewissermaßen auch umgekehrt.
 
Richtwerte des DGHT für ein adultes Thamnophen-Paar: 1,25 x 0,75 x 0,5 jeweils mal Körperlänge.
 

Klima
 
Thamnophen sind weit über den nord-amerikanischen Kontinent verbreitet, und leben dort entsprechend unter den verschiedensten klimatischen Bedingungen. Generell kann man von 25 bis 30°C Tagestemperatur ausgehen. Nachts darf die Temperatur auf 21 bis 23°C abfallen. In jedem Fall sollte man sich genauer über die jeweiligen Lebensräume der gehaltenen Art informieren, um die Klimaverhältnisse eventuell besser abstimmen zu können.
 
Tagsüber sollte eine Luftfeuchtigkeit von ca. 50% gegeben sein. Dieser relative Wert steigt natürlich, wenn abends die Terrariumtemperauren sinken. Eine Anpassung kann über größere Wasserflächen, echte Pflanzen, Einrichtungsgegenstände, Veränderung der Belüftungsöffnungen und natürlich durch Veränderungen im Terrarienzimmer erfolgen.
 
Was ist Luft-Feuchtigkeit ?:
Luft hat die Fähigkeit, Wasser in Form von Dampf aufzunehmen, zu speichern, und in Form von Kondensat wieder abzugeben. Der in der Luft enthaltene Wasserdampf ist unsichtbar und ist nicht mit Nebel zu verwechseln. Nebel ist nämlich ein deutliches Zeichen dafür, daß die Luft mit Wasserdampf gesättigt bzw. übersättigt ist.
 
Die Menge des maximal aufnehmbaren Wasserdampfes ist von der Lufttemperatur abhängig. Luft von 0 °ree; C beispielsweise kann 5 g Wasserdampf pro Kubikmeter aufnehmen, Luft von 20 ° C dagegen bereits 17 g und Luft von 30 ° C sogar 30 g pro Kubikmeter. Diese maximal aufnehmbare Wasserdampfmenge entspricht einer jeweiligen relativen Feuchtigkeit von 100 %.
 
Ist die Luft nicht mit Wasserdampf gesättigt, so enthält sie weniger als 100 %. Wird Raumluft mit 60 % relativer Luftfeuchte von beispielsweise 18 ° C auf 25 ° C erwärmt, hat sie, obwohl die absolute Wassermenge konstant bleibt, nur noch 40 % relative Feuchte. Umgekehrt wird bei der Kühlung von Luft irgendwann der sogenannte Taupunkt erreicht. Das ist der Punkt, an dem die Luft die Marke von 100 % Feuchte erreicht und das enthaltene Wasser nicht mehr dampfförmig bleibt. Es entsteht Kondensat. In der Praxis bedeutet das, daß Kondensatbildung (z.B. feuchte Ecken und Scheiben/Wände) immer von zwei Dingen abhängt:
 
- Wie feucht die Raumluft ist und
- wie weit sie an den Außenbauteilen abgekühlt wird (Oberflächentemperatur).
 
Den Feuchtegehalt in Räumen kann man durch Lüften beeinflussen, und die Oberflächen-Temperatur an den Außenbauteilen wird durch die Wärmedämmung der Konstruktion bestimmt. Je besser die Wärmedämmung, desto höher ist die Oberflächentemperatur und desto weniger besteht die Gefahr der Kondensatbildung.
 
Zur Kontrolle der Themperatur und der Luftfeuchtigkeit sollte sich eine Thermometer/Hygrometer-Kombination im Terrarium befinden.
 

Beleuchtung
 
Thamnophen benötigen keine spezielle Lichthelligkeit und auch keine Bestrahlung mit UVB etc. Mit der Beleuchtung sollte man einen gewissen Tageszyclus simmulieren, an dem sich die Tiere orientieren können. Meistens reichen dafür je nach Terrarien-Standort Energiesparbirnen, die über Zeitschaltuhren geschaltet werden. Die Beleuchtungsdauer kann damit auf ca. 10 bis 12 Stunden täglich eingestellt werden. Bei meinen 126x50x60 cm - Terrarien habe ich jeweils 2 5(6)W-Birnen im Einsatz. Über die Mittagszeit schalte ich separat je einen 35W-Halogen-Spot dazu. Diese Kombination bringt auch in kühleren Monaten ausreichend Licht und Wärme. Leuchtstoffröhren habe ich bislag noch nicht getestet, ebenso wie eine Bestrahlung mit UVB-Röhren, die die Farben der Tiere intensivieren sollen.
 

Einrichtung
 
Zur Terrariumeinrichtung geören einige Gegenstände, die die Grundbedürfnisse der Schlangen befriedigen. Wie die Gegenstände aussehen ist weniger wichtig und richtet sich nach dem Geschmack des Halters. Dennoch bin ich der Meinung, daß ein interessantes und soweit möglich naturgerechtes Terrarium die Lebensqualität und das Wohlbefinden des Tieres steigern kann.
 
Wasserbecken
Ein Wasserbecken zum trinken und baden ist Pflicht. Man sollte darauf achten, daß die Becken nicht überlaufen oder undicht sind, um Schimmelbildung unter dem Gefäß zu vermeiden. Meine Wasserbecken aus Kunststein sind ca. 28 x 20 x 7 cm. Es hat sich gezeigt, daß alle meine FBs bei gut klimatisiertem Terrarium das Wasserbecken nur noch selten benutzen, und dann meist nur um zu trinken. Natürlich können auch praktischere Plastik - oder Steingutschalen zum Einsatz kommen. Dies bietet sich gerade aus hygienischen Gründen in einem Sterilterrarium für kranke Tiere an. Für etwas beengte Verhältnisse bieten sich Eck-Becken an.
 

 
Verstecke
Sehr wichtig sind Verstecke, in denen die Schlangen ungestört relaxen können. Man sollte je nach Schlangengröße unterschiedlich große (hohe) Verstecke anbieten, da gerade Jung-Tiere sehr enge Verstecke mit Rückenkontakt suchen und brauchen. Für mehrere Tiere sollten ausreichend viele Verstecke angeboten werden. Sehr gute Erfahrung habe ich mit übereinandergelegten Rindenstücken gemacht. Es bilden sich dabei die unterschiedlichsten Hohlräume, die sehr gerne genutzt werden.
 

 
Pflanzen
Beim Einsatz von Pflanzen ist zu bedenken, daß man sich mit der ständig feuchten Blumenerde einen Keimherd ins Terrarium holt. Ebenso können diverses Ungeziefer oder gar Chemikalien eingeschleppt werden. Auf das Terrarienklima haben Pflanzen eine positive Wirkung, da sie die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Aus optischen und hygienischen Gründen kann man auf Kunst-Pflanzen zurückgreifen.
 

 
Steine
Ein Stein mit rauher Oberfläche sollte als Häutungshilfe im Terrarium sein. Wer sich Steinlandschaften anlegen will, sollte an das enorme Gewicht denken, daß die nach und nach angeschleppten Steine insgesamt haben. Auch die Sicherheit spielt eine Rolle, da unachtsam aufgestellte Steinhügel zusammenstürzen können. Das kann für darunterliegende Schlangen ernsthafte Verletzungen bedeuten. Als Wärmespeicher unter einem Spot-Strahler kann ein größerer, flacher Stein dienen.
 

 
Klettermöglichkeiten
Generell sind Strumpfbandnattern bodenlebende Tiere, was nicht heißt, daß einige Exemplare oder Arten nicht gerne mal klettern. Diesen Tieren sollte man dann auch entsprechende Möglichkeiten der Freizeitgestaltung anbieten. Äste oder größere Holzstücke sind meist gut geeignet. Hier ist unbedingt auf sichern Stand zu achten. Die Schlangen dürfen natürlich auch nicht an Strahler, Fassungen oder Kabel gelangen
 

 
Bodengrund
Der Boden sollte trocken sein, um Pilzbefall zu vermeiden. Rindenmulch, Buchenspäne oder grober Kies wird vielfach empfohlen. Auf keinen Fall Quarzsand, andere feine, oder gar giftige Materialien, da diese zum Teil bei der Futteraufnahme mitgefressen werden könnten. Ebensowenig sollten die Materialien staubig oder sandig sein, da sich die Tiere auch eingraben. Dabei werden Staubpartikel eingeatmet, was langfristig zu Atemwegs- oder Lungenerkrankungen führen kann. Es ist sicher reizvoll, ein hübsch gestaltetes Terrarium zu haben, aber an erster Stelle steht die Sicherheit und Gesundheit der Tiere.
 
Reptibark ist grundsätzlich ganz ok, setzt aber nach einer Weile auch feinen Staub ab. Dafür soll es angeblich nicht schimmeln.
 
Buchenspäne sollten wirklich absolut trocken gehalten werden (überschwappende Wasserbecken etc. vermeiden), da sich eventuell kaum sichtbare Schimmelpilze ausbreiten können. Dies kann für die Schlange tödliche Folgen haben, bevor man den Fehler bemerkt. Bei der Beschaffung von Buchespänen kann eine kleine Recherche in den gelben Seiten unter Räucherspäne helfen, einen Hersteller zu finden, bei dem man direkt kaufen kann - da läßt sich einiges sparen (und man muß beim Kot entfernen nicht immer so sparsam sein). Dabei aber unbedingt auf staubfreie Ware achten ! Nachteilig finde ich persönlich, daß Urinat oft bis auf den Terrarienboden durchrieselt, weil es von dem harten Buchenholz nicht gut aufgesogen wird. Außerdem wird Buchenholz mit der Zeit sehr trocken und entzieht der Luft ehr Feuchtigkeit, anstatt als Feuchtigkeitsspeicher zu dienen.
 
Neu entdeckt habe ich eine sehr grobe, staubfreie Pinienrinde (OBI ca. 8,-- Euro für 80 ltr.). Diese sieht nicht nur klasse aus, sondern ist auch absolut unproblematisch beim Füttern. Kot und Urinat kann meist mit ein oder zwei beschmutzten Brocken entfernt werden. Die Tiere graben trotz der großen Stücke gerne darin, da das Material sehr leicht ist.
 
Jungtiere hält man am bequemsten auf Küchenflies-Papier. Man sieht jede Verschmutzung sofort und es ist eine schnelle Reinigung möglich.
 

 
Heizsteine (Hot Rocks)
Erfahrene Halter haben mir zwischenzeitlich von den im Handel erhältlichen beheizten Steinen abgeraten.
 
Schlangen können sich auf Hitze nur in Verbindung mit der entsprechenden Lichtstärke einstellen. Da die Steine jedoch unabhängig von der Lichtstärke arbeiten und teilweise deutlich überhöhte Oberflächentemperaturen aufweisen, kann sich dies unter Umständen sehr Gesundheitsschädigend auswirken.
 
Der Umkehrschluß kann nur sein, die möglicherweise fehlende Wärme durch höhere Lichtstärke zu erzeugen.
 
Bei der ganzen Einrichterei sollte man auch etwas an praktische Gesichtspunkte denken. Längere, stressige Einfangaktionen sind zu vermeiden, um die Tiere zu schonen. Dabei ist eine komplizierte Einrichtung meistens hinderlich. Auch bei Reinigungsarbeiten kann eine üppige Einrichtung etwas unpraktisch sein.

Ernährung
 
Es gibt unterschiedliche Futtertiere und unterschiedliche Fütterungsmethoden. Grundsätzlich gilt für alle lebend angebotenen Tiere, daß es ein Restrisiko für die Übertragung von Parasiten gibt. Natürlich muß die Schlange das lebende Tier auch als Futter identifizieren und in der Lage sein, es zu fangen. Meistens ist dies kein Problem, aber in Einzelfällen kann ein Tier auch mal das 'falsche' Futter verweigern. Lebende Fische werden in einer Wasserschale ins Terrarium gestellt. Die Schlangen merken meist sehr schnell, daß dort Essbares in der Schale schwimmt. Lebende Baby-Mäuse werden meist auf einer Futterschale angeboten. Bei lebenden Mäusen sollte man darauf achten, daß es keine Tiere sind, die die Schlange durch Bisse verletzen könnten. Tiefgegühltes Futter, wie Stinte oder Baby-Mäuse ist leicht zu beschaffen und gut anzubieten. Die aufgetauten, toten Futtertiere werden meistens problemlos angenommen.
 
Bei der Fütterung hat es sich bewährt, eine Futterschale auf einer Pappe oder auf einem größeren, flachen Stein ins Terrarium zu stellen, um die Aufnahme von Fremdkörpern (Bodensubstrat) zu vermeiden. Bei zu großer Hektik kann es natürlich passieren, daß ein Tier mit seiner Beute durch das Terrarium fegt, und man kann möglicherweise nicht verhindern, daß doch Bodensubstrat mit verschlungen wird. Für den Fall ist es dann gut, wenn man ein ungefährliches Material im Einsatz hat.
 
Deshalb bin ich beim Fressen grundsätzlich dabei, und bereite mich entsprechend vor. Die großen Tiere werden zügig und reihum mit größeren Stinten oder Mäusen versorgt, damit der erste Hunger gestillt ist. Danach geht das Fressen recht gesittet weiter - aber nicht ohne Aufsicht !
 
Wenn es Mäuse als Ergänzung gibt (mittlerweile bei jeder zweiten Fütterung), dann achte ich auch darauf, daß jedes Tier seine Ration vorab bekommt, und nicht alles bei einer Schlange landet. erst danach stehen die Stinte zur freien Verfügung.
 
Jungtiere füttere ich mit der Pinzette, damit ich genau weiß, welches Tier ausreichend gefressen hat, und welches ich eventuell genauer beobachten muß. Schlecht fressende Tiere trenne ich für die Fütterung von den anderen, damit die Tiere mehr Ruhe und keine Konkurrenz beim Fressen haben.
 
Man sollte die Fütterungszeiten etwa mit den Aktivitätszeiten der Schlangen abstimmen. Einige Exemplare sind sehr empfindlich und könnten das Futter verweigern, wenn sie unsanft geweckt und dadurch in Stress versetzt werden. Nach dem Füttern brauchen die Schlangen erstmal ihr Verdauungsschläfchen - zuviel Hektik kann zum Auswürgen des unverdauten Futters führen.
 
Da es immer wieder Fragen zu den Fischarten gibt, folgt hier zuerst eine Liste der Cyprinidae, die man möglichst gar nicht verfüttern sollte, höchstens mal zur Abwechslung und mit Vitamin-B-Zugabe.
 
Fischfamilie Cyprinidae
Karpfenartige, auch Weißfische, Friedfische :

Rotauge, Frauennerfling, Perlfisch, Moderlieschen, Hasel, Aitel (Döbel), Strömer, Nerfling, Elritze, Rotfeder, Schied, Schleie, Nase, Gründling, Steingreßling, Barbe, Mairenke, Laube, Schneider, Güster, Brachse, Zobel, Zope, Zährte, Seerüßling, Stichling, Bitterling, Karausche, Giebel, Karpfen, Spiegelkarpfen, Schuppenkarpfen, Zeilkarpfen, Nacktkarpfen, Lederkarpfen, Wildkarpfen, Blaubandbärbling, Grasfisch, Silberfisch, Marmorfisch.
 
Zu dieser Fischfamilie gehören übrigens auch die beliebten 'lebendgebärenden Zahnkarpfen' wie Guppy, Black Molly etc., welche hin und wieder gerne als 'Lebendfutter' verwendet werden.
 
Bei Fütterung mit Cypriniden ist zu beachten, daß dese Fischgruppe in erhöhtem Maß das Enzym Thyaminase enthält, welches Vitamin B abbaut. Außerdem sinkt bei Tiefkühlfisch der Vitamin B-Anteil mit der Dauer der Lagerzeit. Deshalb ist bei Fütterung mit dieser Fischgruppe generell ein Vitaminpräparat beizugeben. Empfohlen wird 'Korvimin ZVT' oder ein Präparat mit gleicher/ähnlicher Zusammensetzung. Diese Präparate sind beim Tierarzt erhältlich, mit einer Empfehlung hinsichtlich der Dosierung. Eine geringfügige Überdosierung ist unschädlich, und wird mit dem Harn ausgeschieden.
Diese Präparate kosten ca. DM 13,--/20ml.
 
Bei Frischfisch ist die Salmonellengefahr zu beachten. Es ist also immer empfehlenswert, frischen Fisch in kleinen Portionen einzufrieren, und dann innerhalb von wenigen Wochen zu verbrauchen.
 
Fischfamilie Salmonidae,
Salmoniden, Forellenartige, Lachsartige :

Lachs, Forelle, Bachforelle, Seeforelle, Meerforelle, Regenbogenforelle, Bachsaibling, Seesaibling, Huchen
 
Fischfamilie Osmeridae, Stinte:
Stint, Binnenstint, Spierling, Wanderstint, Smelt (GB), Spiering (NL)
Die Osmeridae gelten als den Salmonidae zugehörig, erkennbar an der strahlenlosen Fettflosse.

Stinte sind lachsartige Meeresfische, die hauptsächlich in Küstengewässern und Flußmündungen vorkommen, aber auch in Brackwassergebieten. Zum Laichen wandern die Stinte in die Unterläufe der großen Ströme ein. Stinte können 15 bis maximal 30 cm groß und bis zu 6 Jahre alt werden. Die Weibchen können bis 40.000 Eier ablaichen. Die Nahrung der Stinte sind Planktonkrebse, Bodentiere und eigene Jungfische.
 
Bei Fütterung mit Salmonidae und Osmeridae (Stint) ist ebenfalls der sinkende Vitamin B-Anteil durch die Tiefkühl-Lagerung zu beachten, und ebenso die Salmonellengefahr bei Frischfisch. Bei Fütterung mit Forellenartigen Fischen, die frisch gekauft und für kurze Zeit eingfroren werden, ist keine Vitamin B-Zugabe erforderlich. Tiefgekühlte Stinte sind in gut erhältlich und wohl das gängigste Thamnophenfutter. Vorteilhaft sind einzeln, lose gefrorene Stinte, da diese besser und sauberer zu portionieren sind. Für Jungtiere sind immer ein paar sehr kleine Stinte dabei. Muß man trotzdem mal einen Stint in Streifen schneiden, macht man dies am besten, solange er noch hart gefroren ist.
 
Wer unsicher ist, oder mehr über die Fischarten wissen möchte, sollte einmal diesem Link folgen: http://www.fischerpruefung.de/Fischkunde/salmoniden.htm
 

 
Baby-Mäuse :
Viele erfahrene Thamnophenhalter geben regelmäßig Baby-Mäuse zu fressen, da diese einen besseren Nährwert haben als TK-Stint. Wer vor Ort nicht an frische Baby-Mäuse vom Züchter kommt, kann sich auch TK-Baby-Mäuse liefern lassen. Meine erste Lieferung von frostfutter.de kam in wirklich guter Qualität. Sowohl die Mäuse, als auch die Stinte sind sehr gut und einzeln tiefgefroren und kommen auch so beim Empfänger an. Meine jüngeren Tiere nehmen das zusätzliche Futterangebot schneller und lieber an, als meine älteren Tiere, die bisher nur Stint bekommen haben. Nach kurzer Gewöhnungsphase ist das aber kein Problem mehr.
 

 
Würmer, Schnecken und sonstiges Ungeziefer :
Tauwürmer
Regenwürmer
 
Bei Fütterung mit lebenden Würmern hat man leider das Risiko, daß diese Tiere mit Parasiten befallen sein können. Dies trifft auch für sonstiges Getier aus Feld, Wald, Wiese und Garten zu. Je nach Gegend kann man unter Umständen auch mit Pflanzenschutzgiften zu tun haben.
 
Vitamine und Mineralstoffe  
Seit ich bei jeder zweiten Fütterung zusätzlich Mäuse gebe, ergänze ich die Nahrung mit einem Vitaminpräparat nur noch gelegentlich (etwa eimal pro Monat). Dieses wird in angemessener Dosierung über die Futtertiere geträufelt.
 
Nahrungsaufnahme
Wie erfolgt nun die Nahrungsaufnahme ? Hier einige Bilder :
 




 
Nach kurzem Wittern und Beschnüffeln der Beute wird zugeschnappt. Am Kopfende, am Schwanzende oder in der Mitte. Bei letzterem wird durch seitliche Kaubewegung die Beute so im Maul verschoben, bis man dann doch wieder an einem beliebigen Ende angekommen ist. Sofort beginnt das Tier mit Kau- und Würgbewegungen, um die Beute in den Schlund zu ziehen. Sowie die Beute einverleibt ist, wird sie mittels Würgbewegungen im Körper weitertransportiert.
 
Theorien, nach denen ein erfahrenes Tier die Beute stets mit dem Kopf voran verschlingt, konnte ich bisher nicht feststellen. Sowohl Stint, als auch Babymäuse werden in beliebiger Richtung verschlungen. Sehr bequeme Tiere sparen sich zuweilen das Verschieben der Beute, und fressen den Stint einfach quer. Er wird praktisch zusammengefaltet.

Häutung
 
Eine Häutung kündigt sich an mit einer Augentrübung an. Bereits Tage davor kann man bei den Tieren eine matte Haut und verblasste Farben (Grauschleier) feststellen.
 

 
Die Augen-Trübung wird immer intensiver und kann unterschiedlich lange anhalten. Bei meinen Tieren bisher 2 bis 4 Tage. Dann werden die Augen für 1 bis 2 Tage wieder klar. Anschließend folgt möglichst in einem ganzen Stück die Häutung. Die Schlange reibt den Kopf immer stärker am Bodensubstrat, an Steinen oder anderen Einrichtungsgegenständen, bis sich das Natternhemd öffnet.
 



 
Sie reibt solange weiter, bis der Anfang des Natternhemdes irgendwo festhakt, und sie durch behutsames Vorwärts-Kriechen langsam aus der Haut schlüpfen kann. Da das Schwanzende immer zierlicher wird, kann es durch unkontrollierte Bewegungen oder abermaliges Anfeuchten zu einem Abriß kommen. Wenn dies ehr selten passiert, und sich die Schlange sofort auch des restlichen Teiles entledigen kann, ist das nicht weiter bedenklich. Sind allerdings Hautreste nur schwer zu entfernen, sollte man nach möglichen Ursachen forschen.
 

 
Anhand des abgelegten Natternhemdes läßt sich gut prüfen, ob möglicherweise Kopfschilde, Schwanz oder Augen-Brille nicht abgelöst wurden. Eine unvollständige Häutung (zerfetztes Natternhemd) kann auf einen Vitamin A-Mangel hinweisen. Nicht abgelöste Hautfetzen können eventuell zu sekundären Infektionen führen. Eine unregelmäßige, zu schnelle Häutung kann durch Überdosierung von Vitamin A verursacht werden.
 
Einige Tiere zeigen in der Häutungsphase ein aggressiveres Abwehrverhalten.
 
Während der Häutung sollte man kein Futter anbieten, da dem Körper dadurch Wasser entzogen wird, das für den Häutungsprozess dringend gebraucht wird. Statt dessen kann man den Prozess unterstützen, indem man die Luftfeuchtigkeit erhöht (siehe Klima) oder die Tiere badet. Auch bei einer unvollständigen Häutung hilft oft schon ein lauwarmes Bad - allerdings sollte man anschließend nicht vergessen, über die Ursachen nachzudenken.
 

Nachwuchs
 
Wie immer beim Nachwuchs fängt alles mit dem Spaß an: die Begattung !
 
Das Männchen folgt dem Weibchen, reibt sich an ihr und umschlingt ihren Körper. Es versucht dabei, den Schwanz des Weibchens hochzudrücken und die Kloake zu finden. Das kann sich über Stunden hinziehen. Die Spermien des Männchens bilden einen weißlichen Pfropf in der Kloake des Weibchens, was weitere Begattungsversuche verhindern soll. Ist dies alles optimal verlaufen, sollte man dem Weibchen Ruhe gönnen, immer für ausreichend ausgewogene Ernährung sorgen und unnötige Stress-Situationen vermeiden. Das Weibchen wird nun schnell kräftiger, besonders der Bereich von Körpermitte bis zur Kloake. Leider kann dies bei jüngeren Weibchen, die erstmalig werfen auch sehr gering ausfallen, so daß man es kaum bemerkt.
 
Gegen Ende der Tragzeit sucht das Weibchen immer häufiger eine Wärmequelle auf. Wenn es sehr unruhig wird, ständig durchs Terrarium streift, das Bodensubstrat umpflügt steht die Geburt kurz bevor.
 
Zur Dauer der Trächtigkeit gibt es viele unterschiedliche Angaben, die von ca. 60 bis 135 Tage reichen. Vamp ist am 28.05.01 begattet worden, hat am 31.08.01 das Fressen eingestellt und heute geworfen. Das sind genau 114 Tage.
 
Nach der Geburt sollte man beobachten, ob es alle schaffen, sich aus der Eihülle zu befreien. Notfalls kann man mit Pinzette und Schere behilflich sein. Die sofort folgende erste Häutung kann man unterstützen, indem man die Jungtiere in ein vorbereitetes, feuchtes Becken setzt.

 

 

Umgang
 
Ob, wann und wieoft eine Thamnophis aus dem Terrarium genommen wird, muß jeder Pfleger selbst entscheiden. Es gibt hier viele verschiedene Ansichten. Ich versuche meine Tiere so weit an mich zu gewöhnen, daß bei alltäglichen Situationen ein streßfreier Umgang für beide Seiten möglich ist. Jungtiere bewegen sich nach kurzer Beruhigungsphase meist sehr entspannt in der Hand.
 
Ab und zu ist es unvermeidbar, die Schlangen aus dem Terrarium zu nehmen, sei es für einen Tierarztbesuch, eine Großreinigung oder eine Terrarien-Umgestaltung. Meist haben die Schlangen dazu aber keine Lust, und bekräftigen dies durch verschiedene Maßnahmen. Einige Tiere versuchen zu beißen, andere setzen Kot ab oder ein übelriechendes, unsichtbares Duftpaket. Durch regelmäßiges handeln werden die meisten Schlangen recht umgänglich, einige jedoch scheinen sich diesbezüglich gar nicht zu ändern. Einige Schlangen werden sehr zutraulich und anschmiegsam - andere wiederum sind ständig unter Spannung und nutzen jede Gelegenheit um zu Entwischen.
 

 

Mögliche Erkrankungen von Strumpfbandnattern
 
Milben
Hauptsächlich ist dies die Schlangenmilbe. Erkannbar als winzige, bewegliche, schwarz- oder rotbraune Punkte, bevorzugt im Bereich der Augen. Bei starkem Befall kann auch ein weißer Staub auf der Haut sichtbar sein. Schlangenmilben sind nachtaktiv, deshalb sollte man bei Verdacht eine nächtliche Kontrolle durchführen.
 
Die Einschleppung erfolgt meist durch Neuzugänge.
 
Sofortige Isolierung in einem Steril-Becken. Komplette Reinigung/Desinfektion des Terrariums samt Einrichtung. Behandlung der befallenen Schlange mit geeigneten Mitteln. Es gibt verschiedene Methoden, über die man sich anhand geeigneter Lektüre, durch erfahrene Halter oder Züchter informieren sollte.
 
Bevor man mit groben Chemie-Keulen zuschlägt, kann man einfaches Zeitungspapier als Bodengrund im Steril-Becken zu verwenden. Das sollen die Milben gar nicht mögen. Da bereits getötete Milben Eier abgelegt haben könnten, die nach etwa 3 bis 4 Tagen schlüpfen würden, sollte die Behandlung entsprechend lange dauern.
 
Diese Methoden brauchte ich zum Glück bisher noch nicht anwenden, so daß ich zu der tatsächlichen Wirksamkeit noch gar nichts sagen kann.
 
Dehydrierung
Erkennbar an Faltiger Haut beim Zusammenrollen. Zu geringe Luftfeuchtigkeit bzw. schlechte Wasserversorgung, oder auch Folge von Parasitenbefall.
 
Für 50 bis 60% Luftfeuchte (am Tage) sorgen und ausreichendes Wassergefäß bereitstellen. Bei den erkennbaren Anzeichen ist sofort ein Tierarzt aufzusuchen, da das Tier eventuell nicht mehr selbst Wasser aufnehmen bzw. bei sich behalten kann.
 
Erkältung
Infektion, die schnell zum Tod führen kann. Erkennbar durch häufiges Niesen oder knackende Atemgeräusche. Bakterien, Viren, Pilze, Würmer, zu kühle und zu feuchte Haltung.
 
Schnelle, professionelle Behandlung ist unbedingt erforderlich. Durch einen Tierarzt ist die exakte Dosis Antibiotikum zu verabreichen. Die Behandlung kann 3 bis maximal 7 Tage dauern.
 
Darmparasiten
Jedes Wildtier beherbergt Parasiten. Im Terrarium kann das natürliche Gleichgewicht zwischen Ausscheidung von Parasiten und Vermehrung von Parasiten ins Wanken geraten. Schon deshalb kann ich nur empfehlen, bei jedem Tier (nach Rücksprache mit einem Tierarzt) jedes halbe Jahr eine Wurmkur durchzuführen. Auch bei unauffälligen Tieren kann ein starker Parasitenbefall vorliegen. Hat ein Tier nach der Wurmkur Blut und Gewebe im Kot, liegt mit Sicherheit ein Parasitenbefall vor. In diesem Fall ist eine weitere Behandlung unter Quarantänebedingungen dringend erforderlich. Das mit dem Tierarzt abgestimmte Mittel wird meist im 10-Tages-Abstand weiter verabreicht, bis der Kot normal erscheint. Dann ist durch eine Kotprobe zu prüfen, wie sich der Befall entwickelt hat. Leider muß ich nach meiner Erfahrung mit Sixx sagen, daß blutiger Kot kein gutes Zeichen ist - für ihn zumindest kam die Wurmkur zu spät, und hat vielleicht das Endstadium sogar noch beschleunigt.
 
Weitere Anzeichen für Parasitenbefall können sein:
Gewichtsverlust, Apathie, Futter ausbrechen, Dehydrierung. Bei der Amöbenruhr ist der Kot grünlich, oft mit Blut, Schleim und Gewebefetzen gemischt. Der Körper kann dabei stellenweise geschwollen sein.
 
Eine Ansteckung erfolgt meist durch andere befallene Tiere, oder durch befallene Futtertiere. Auch hier ist das befallene Tier sofort unter Quarantänebedingungen zu Isolieren. Eine entsprechende Wurmkur ist durchzuführen, bis in der Kotprobe kein unnormaler Parasitenbefall mehr nachweisbar ist.
 
Meine Schlangen bekommen vom Tierarzt die Entwurmung in Tablettenform. Nach mehreren Versuchen (ganze Stücke in Stinte implantieren, in Wasser aufgelöst in Futtertiere injizieren) scheint die praktischste Methode folgende zu sein: die Tablette wird zu Pulver zerstoßen, die Schlange wird mit einem normalen, kleinen Stint per Pinzette zum Fressen animiert. Der folgende Stint wird abgetrocknet und mit dem Wurmkur-Pulver paniert. Die Schlangen schienen das zwar zu bemerken, aber bisher hat noch keine den panierten Stint verweigert. Sollte das Tier aber das Futter verweigern, bleibt nur die Zwangseinflößung mittels Spritze. Dazu löse ich die Tablette in Wasser auf (möglichst geringe Menge) und ziehe sie dann in die Spritze, auf der eine dünne Kunststoffspitze sitzen sollte. Die Schlange wird dann mit möglichst wenig Bewegungsfreiheit gehalten und der Kopf mit festem Griff fixiert. Mit der Kunststoffspitze sehr behutsam das Maul öffnen und die Lösung tief in den Rachen spritzen.
 

 

Mein nächster Rep-Tierarzt : Dr. Freitag, Von-Haxthausen-Straße 12, 32683 Barntrup, 05263-2410
Startseite